Kennst Du Gesprächsförderer oder Gesprächsstörer? Damit meine ich keine konkreten Personen, die ein Gespräch angenehm oder unangenehm machen. Als Dozentin für „psychologische Gesprächskompetenz“ darf ich mich schon seit Jahren jedes Semester wieder mit dem Thema „Kommunikation“ auseinandersetzen. Das geht in vielerlei Hinsicht, denn es gibt Kommunikationsmodelle, -theorien und -mittel, die Du einsetzen kannst oder auch vermeiden solltest.

 

Genau solche Kommunikationsmittel möchte ich Dir vorstellen bzw. wieder in Erinnerung rufen. Da sind auf der einen Seite die Gesprächsstörer, die ein Gespräch unschön verlaufen lassen können. Diese Störer solltest Du aufspüren, und aus Deinen Gesprächen verbannen.

Gesprächsstörer: Nur sich selbst darstellen

Das eine oder andere Mal hast Du sicherlich schon Menschen im Gespräch erlebt, die sehr viel Gesprächszeit für sich beanspruchen. Dann bist Du in die stille Zuhörerrolle verdonnert und kannst nichts dagegen tun, als immer nur zu nicken oder durch Blickkontakt zu signalisieren, dass Du noch zuhörst. Wie geht es Dir damit? Ich vermute, die ersten Minuten ist das noch ok, aber je mehr Zeit vergeht, desto ungeduldiger und ärgerlicher wirst Du. Gerne möchtest Du Dich auch in das Gespräch einbringen und Deine Meinung zu den Gesprächsthemen sagen. Doch leider lässt Dir Dein Gegenüber dazu keine Gelegenheit, denn er oder sie ist zu viel mit sich und den eigenen Themen beschäftigt und merkt nicht, wie sehr Du Dich darüber ärgerst.

Gesprächsstörer: Moralisieren

Dann gibt es auch Zeitgenossen, die meinen, sich über andere erheben zu können und es sich erlauben, zu moralisieren bzw. über andere zu urteilen. Woher nehmen sie sich dieses Recht? Sie reiten auf einem sehr hohen Ross und meinen ihre Moralvorstellungen sind besser, als die ihrer Mitmenschen. Wie kommt es, dass sie so denken? Oft sind das von Eltern übernommene Verhaltensweisen, die dann unreflektiert gelebt werden. Doch wie geht es dem Gegenüber, der mit solchen moralisierenden Urteilen konfrontiert wird. Der ist zunächst erst einmal perplex, dass es hier Menschen gibt, die meinen, sie wüssten es besser oder wären klüger. Wenn sie von der schlagfertigen Truppe sind, können sie Kontra geben. Ansonsten lassen sie sich von den moralisierend-kritisierenden Menschen tatsächlich einschüchtern. Dann haben sie auf einmal ein ganz schlechtes Gefühl und fühlen sich klein und so, als ob sie tatsächlich etwas falsch gemacht hätten.

Gesprächsstörer: Interpretieren und analysieren

Auch gibt es Zeitgenossen, die alles interpretieren und analysieren müssen. Auch das ist nervig, v.a. wenn es nur darum geht, etwas loszuwerden, was einen bewegt. Das muss nicht unbedingt von vorne bis hinten durchgekaut und bis ins letzte Detail zerlegt werden. Dies ist genau dann störend, wenn es auch noch falsch interpretiert wird, weil der Gegenüber nicht alle Fakten kennt und voreilig falsche Schlüsse zieht.

Soviel zu den Gesprächsstörern. Überlege einmal, ob Du auch zu dem einen oder anderen Störer neigst. Wenn das der Fall ist, versuche in Zukunft auf diesen zu verzichten. So wird das Gespräch mit Deinem Gegenüber gleich viel schöner und für Euch beide angenehmer. Im Folgenden sind noch drei Gesprächsförderer an der Reihe, die ein Gespräch sehr angenehm machen können. Diese Förderer gilt es vermehrt einzusetzen, um möglichst jedes Gespräch ins Positive zu drehen.

Gesprächsförderer: Auf den anderen eingehen

Sehr angenehm ist es, wenn Dein Gesprächspartner Dir zuhört und auf Dich bzw. das, was Du gesagt hast, eingeht. Wenn er oder sie sich wirklich für Dich und Deine Themen interessiert, dann bekommst Du ein warmes Gefühl in Deinem Bauch und fühlst Dich richtig gut verstanden. Leider ist es nicht so oft, dass wir auf Zeitgenossen treffen, die wirklich Zeit und Lust haben, sich voll und ganz auf uns und unsere Themen einzulassen. Viele sind zu müde oder v.a. durch die Handys heute zu leicht abgelenkt. Denk auch einmal darüber nach, ob Du Dein Handy bei jedem Gespräch auf dem Tisch liegen lässt. Schaffst Du es, auch mal gute Gespräche zu führen und Dein Handy dabei konsequent in der Tasche zu lassen?

Gesprächsförderer: Behutsam umformulieren

Das behutsame Umformulieren kann helfen, einen Sachverhalt, der Dir geschildert wird, etwas abzumildern und dem anderen damit zu helfen, ihn nicht ganz so dramatisch oder schlimm zu sehen. Beispielsweise kann die Aussage: „Ich habe immer Streit mit meinem Kollegen!“ behutsam umformuliert werden in: „Also Du hast öfter mal Streit mit Deinem Kollegen. Wann ist das denn der Fall und wann nicht?“ Es geht nicht, dass man permanent mit jemand streitet. Es gibt sicher auch Momente, in denen die zwei Streithähne in Ruhe miteinander reden. Diese Unterschiede lassen sich durch das behutsame Umformulieren finden.

Gesprächsförderer: Die richtigen Fragen stellen

Um ein gutes Small-Talk-Gespräch zu führen, ist es hilfreich, mit offenen Fragen zu arbeiten. Offene Fragen, d.h. Fragen, die mit W-Wörtern gebildet werden, ermöglichen es, viele Informationen vom Gegenüber zu bekommen. Wenn ich z.B. frage „Wo waren Sie denn im Urlaub?“, gebe ich dem anderen Raum, mir etwas über den Urlaubsort oder das Urlaubsland zu erzählen. Dann habe ich die Wahl, auf welche Fakten ich daraufhin eingehen möchte. So lässt sich ein wunderbares Gespräch führen, das für beide Gesprächspartner erfreulich ist.

 

Wenn Dir diese Impulse gefallen haben und Du Interesse an einem Coaching für beruflichen Erfolg und Weiterentwicklung hast, dann melde Dich einfach bei mir über das Kontaktformular. Gerne können wir einen Termin vereinbaren.